Die ganze Regel
Das war es im Wesentlichen. Der Rest dieser Seite existiert, weil „im Wesentlichen“ nie ganz reicht.
Ist es „besser als“ oder „besser wie“?
Die Antwort lautet hier ganz klar: „besser als“.
„Besser“ ist die Steigerung von „gut“. Etwas ist also nicht gleich gut, sondern ungleich. Und Ungleichheit bekommt „als“. „Besser wie“ ist gesprochen weit verbreitet und geschrieben trotzdem falsch.
Der Komparativ will „als“
Sobald ein Adjektiv in der Steigerungsform steht (größer, kleiner, besser, schlechter), folgt „als“. Zwei Dinge werden verglichen, und sie sind nicht gleich. Genau das ist die Aufgabe des Komparativs, und „als“ ist sein fester Begleiter.
- Berlin ist größer als Bremen.
- Ich bin früher aufgestanden als du. (Behauptet man.)
- Nichts ist schlimmer als ein falsches „wie“.
Auch ohne sichtbare Steigerung verlangt Ungleichheit nach „als“: anders als, nichts als, niemand als. „Anders“ ist kein Komparativ, meint aber einen. Das genügt.
Gleichheit bekommt „wie“
Steht das Adjektiv in der Grundform, meist mit „so“ oder „genauso“ davor, sind zwei Dinge gleich. Dann heißt es „wie“. Das gilt auch für Vielfache: „doppelt so schwer wie“ ist ein Gleichheitsvergleich mit einem Faktor, kein Komparativ.
- Sie ist so groß wie ihr Bruder.
- Das Meeting dauerte genauso lang wie befürchtet.
- Er schläft wie ein Stein. Der Stein hat sich nicht beschwert.
„Wie“ leitet außerdem Beispiele ein (Städte wie Berlin) und Art und Weise (Wie geht es dir?). Beides hat mit Vergleichen wenig zu tun und ist trotzdem richtig.
Wo es trotzdem hakt
- als ob
- Immer „als“. „Wie ob“ existiert nicht, auch wenn es so klingt, als ob.
- anders als
- Ungleichheit ohne Komparativ. Trotzdem „als“. Der häufigste Fehler auf dieser Liste.
- so … als
- Falsch, wenn Gleichheit gemeint ist. „So gut als möglich“ ist veraltet; heute: „so gut wie möglich“.
- sowohl … als auch
- Feste Wendung, kein Vergleich. Hier fragt niemand nach der Regel.
- als (zeitlich)
- „Als ich klein war“: einmaliges Ereignis in der Vergangenheit. Kein Vergleich, trotzdem „als“.
- als (Rolle)
- „Er arbeitet als Lehrer.“ Eine Funktion, kein Vergleich. „Wie ein Lehrer“ hieße: er tut nur so.
- als wie
- Doppelt hält nicht besser. Standardsprachlich falsch, mit einer prominenten Ausnahme (siehe § 5).
Warum das überhaupt jemand verwechselt
„Als“ ist eine Kurzform von „also“ im alten Sinn von „ganz so“. Bis ins 18. Jahrhundert wurden „als“ und „wie“ in Vergleichen weitgehend austauschbar gebraucht, gern auch gemeinsam. Erst die Grammatiker der Aufklärung, allen voran Johann Christoph Adelung, sortierten: „als“ für Ungleichheit, „wie“ für Gleichheit.
„Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!“In vielen Dialekten, besonders im Süden und Westen, lebt das alte „größer wie“ fort. Dort ist es gesprochene Normalität. In geschriebenem Standarddeutsch ist es ein Fehler, den jede Lehrkraft mit rotem Stift begrüßt.
Ungleich? als. Gleich? wie. Und „als wie“ nur bei Goethe.
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